Eine Lernende humpelt durch den Raum, andere machen es ihr nach. Zuerst vorsichtig, dann immer mutiger. Es folgen kurze Auflockerungsübungen: Es wird gelacht, gestampft, geweint, gestritten. Die anfängliche Zurückhaltung verschwindet rasch, die Stimmung löst sich. Nun wird der Raum zu einem imaginären Brett, das nur dann im Gleichgewicht bleibt, wenn alle der anwesenden Lernenden mitspielen: So beginnt der Theater-Tag im Rahmen von „BWZ goes culture“ am BWZ Rapperswil-Jona.
Geleitet wird der Workshop von Silvan Diener, Leiter des Theater act-back aus Zürich. Sein Fokus liegt auf Improvisation und den eigenen Geschichten der Jugendlichen. „Alle Menschen können spielen“, sagt er gleich zu Beginn. Gerade für junge Erwachsene sei es hilfreich, nicht Texte auswendig zu lernen, sondern Situationen aus dem eigenen Alltag auf die Bühne zu bringen. „So holt man sie ab“, sagt der Profi.
Theater zum Erleben statt zum Vorspielen
Im Verlauf des Tages entstehen unter anderem sogenannte Bildergeschichten: Die Lernenden bewegen sich im Raum, ein Klatschen und sofort finden sich jeweils drei von ihnen zusammen und formen eine Pose zu einem vorgegebenen Stichwort. Zunächst stumm, später sprechen sie dazu. Eine schlechte Note ist dabei der Ausgangspunkt: Was sagen die Eltern? Wie reagiert die Lehrperson? Was tuscheln Mitschülerinnen und Mitschüler hinter dem Rücken? Aus den Antworten werden Szenen, aus den Szenen entstehen Erkenntnisse. Silvan Diener gibt dabei gezieltes Feedback zu Haltung, Präsenz und Wirkung oder dazu, wie man stehen muss, damit das Publikum die Gesichter lesen kann.
Kompetenzen, die über die Schule hinausreichen
Ein ganzer Tag Theater ist intensiv. „Für die Jugendlichen passiert an einem solchen Tag sehr viel, aber genau darin liegt der Wert“, erklärt Silvan Diener. Sie lernen, neue Rollen auszuprobieren, und Perspektiven zu wechseln. Genau hier setzt die jährlich stattfindende Projektwoche „BWZ goes culture“ an: Die Angebote holen die Lernenden aus dem gewohnten Schulalltag heraus und eröffnen ihnen neue Zugänge zu Kultur. „Alle Workshops sind nicht theoretisch, sondern praktisch und lebensnah“, sagt Philipp Beyeler, Sportlehrer und Projektleiter, „es geht uns nicht darum, einfach etwas Abwechslung zum Unterricht zu bieten. Wir wollen gezielt Räume schaffen, in denen junge Menschen sich ausprobieren und Neues entdecken können.“
Diese Erfahrungen seien zentral für die persönliche Entwicklung der Lernenden und wirkten weit über die Schulzeit hinaus, betont auch Rektor Stefan W. Kriz: „Kulturelle Bildung fördere Selbstvertrauen, Ausdrucksfähigkeit und soziale Kompetenzen. Diese Fähigkeiten sind im Berufsleben oft genauso gefragt wie fachliches Wissen.“
Ein breites Kulturangebot für alle Interessen
Der Theater-Tag ist nur eines von vielen Angeboten, aus dem die rund 900 Lernenden auswählen konnten:
Connteced Life, Konfiguration und Kommunikation mit Ein- und Ausgabegeräten
Surprise & SR Technics, Sozialer Stadtrundgang in Zürich mit Surprise und Werftführung bei SR Technics am Flughafen Zürich
Rap und Beatboxing, bei dem eigene Texte geschrieben und performt werden
StreetArt, mit einer geführten Tour durch Zürich und eigenen Entwürfen
Radiotime, inklusive Livesendung im Radiostudio
World wide cooking challenge, bei der internationale Menüs geplant, eingekauft und gemeinsam gekocht werden
(Über-)Leben im Job, mit Fokus auf Stressmanagement, Kommunikation und Auftrittskompetenz
Schneesport im Hoch-Ybrig, der Bewegung und Gemeinschaft verbindet
Allen Programmen gemeinsam ist der Gedanke, Lernen ganzheitlich zu verstehen. Damit leistet „BWZ goes culture“ einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung der Lernenden.
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