Ueli Rotachs beeindruckender Weg vom Hirnschlag zu den Paralympics

Junger Skifahrer im Schnee und beim Slalom.

Als Kind erlitt Ueli Rotach einen Hirnschlag. Ärzte zweifelten damals daran, ob er überhaupt überleben würde. Nun ist der 23-Jährige ehemalige BWZ-Lernende aus dem Toggenburg an den Paralympics gestartet. Im März 2026 ist er seine ersten paralympischen Skirennen gefahren und hat zwei Ergebnisse in den Top 30 erzielt: Sowohl im Riesenslalom als auch im Super-G erreichte er Platz 26.

Am BWZ hat er im August 2024 erfolgreich seine Lehre als Polymechaniker abgeschlossen und beantwortet darum nach der aufregenden Zeit in Cortina (IT) exklusiv Fragen zu seinem Erfolg.

Wie hat es sich angefühlt, erstmals bei den Paralympics am Start zu sein?

Es war eine Mischung aus Nervosität und Begeisterung. Am Start des Rennens wusste ich nicht genau, was mich erwartet, da die Piste anspruchsvoll war. Doch das Erlebnis im olympischen Dorf, die riesige Aufmerksamkeit von Zuschauern und Medien, war überwältigend. Das Spektakel konnte ich wirklich geniessen und es hat mir gezeigt, dass all die Anstrengung zu diesem Moment geführt hat. Ich nehme die Erfahrungen und Emotienen daraus, um zu lernen und profitieren

Was ist die grösste Herausforderung, Spitzensport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen?

Beruf und Spitzensport zu verbinden, ist ein Balanceakt. Man muss Prioritäten je nach Saison klar kommunizieren. Im Winter liegt der Fokus auf dem Sport, im Sommer mehr auf der Ausbildung. Wichtig ist, dass man sich nicht übernimmt, um nicht irgendwann auszubrennen. Diese Balance ist der Schlüssel, um beide Welten gut zu vereinen.

Wie hat Sie das BWZ auf Ihrem Weg unterstützt und wo gäbe es noch Potenzial?

Das BWZ hat mich enorm unterstützt. Ich durfte meine Sportlektionen für mein eigenes Training nutzen, was mir Freiräume gegeben hat. Dazu kam die Flexibilität, mal früher zu gehen oder Absenzen zu regeln. Ich hatte nie das Gefühl, Steine in den Weg gelegt zu bekommen. Wenn ich mir etwas wünschen würde, dann vielleicht noch mehr Rücksicht in Ausnahmesituationen, etwa bei Prüfungen – und dass der Zugang zu Lernmaterial digital noch etwas einfacher wäre. Aber insgesamt war die Unterstützung wirklich grossartig.

Welche Tipps haben Sie für Lernende, die ebenfalls Sport und Ausbildung kombinieren möchten?

Mein Tipp an Lernende: Kommunikation ist alles. Legt von Beginn an offen, wann ihr weg seid, plant sauber, damit niemand überrascht wird. Nutzt die Chance, beides zu machen, aber seid euch bewusst: Das ist ein Privileg, das volle Einsatzbereitschaft in beiden Bereichen verdient.

Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus, sowohl im Sport und im Beruf?

In Zukunft konzentriere ich mich weiter auf den Spitzensport. Ich werde wohl mein Arbeitspensum etwas reduzieren, aber ich bleibe berufstätig. Wie es langfristig aussieht, lasse ich offen, aber der Weg ist klar: Ich bleibe mit beiden Beinen in der Realität – auf der Piste und im Berufsleben.

Ueli Rotach zeigt eindrücklich, was mit Durchhaltewillen und Leidenschaft möglich ist. Wir wünschen ihm weiterhin viel Erfolg auf und neben der Piste!

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